„Uns wirst du nicht mehr los“

PRESSEMITTEILUNG
08.12.2015 | 09.12.2015 | 10.12.2015 | jeweils 19:00 Uhr | Heinrich Böll Stiftung Berlin

Dokumentarisches Musiktheater (2015) Uraufführung

Ein dokumentarisches Musiktheaterprojekt, das sich mit seelischen Folgen von Stasi-Zersetzungsmaßnahmen
und Stasi-Haft und deren anhaltenden Folgewirkungen bei den Opfern sowie der interpersonellen Traumatisierung in der Familie befasst.

Komposition: Tobias Klich

Text und Regie: Cornelia Heger – Video: Martin Mallon – Klangregie: Constantin Popp

Interviewpartner und wissenschaftliche Beratung: Prof. Dr. Dr. Andreas Maercker (Universität Zürich), Dr. phil. Dipl.-Psych. Stefan Trobisch-Lütge („Gegenwind“ – Beratungsstelle für politisch Traumatisierte der SED-Diktatur), u.a.

Besetzung: 2 Posaunen, Harfe, 2 Schauspieler, Video- und Audiozuspielungen

Das dokumentarische Musiktheaterprojekt „Uns wirst du nicht mehr los“ möchte den anhaltenden
seelischen Folgen von „operativer Psychologie“ und „Zersetzungsmaßnahmen“ („weiße“ Folter) durch
die DDR/Stasi Ausdruck verleihen und die Auswirkungen von Trauma sowie dessen transgenerationale
Weitergabe an die Zweite Generation untersuchen. Ziel ist einerseits, mit Mitteln des dokumentarischen
Theaters den theoretischen und staatsrechtlichen Überbau des paranoiden DDR-Überwachungssystems
aufzuzeigen und den Aussagen von Zeitzeugen gegenüberzustellen. Andererseits soll unter Anwendung
aktueller Erkenntnisse aus Traumaforschung und Epigenetik die logische wie brisante Schlussfolgerung
nahegelegt werden, dass psychische Folter seine Wirkung über Generationen behält, auch wenn das
politische System, das sie erzeugte, längst nicht mehr existiert.

Im Fokus stehen dabei Dissertationen der ehemaligen Juristischen Hochschule Potsdam/Golm zur
„Operativen Psychologie“ der Stasi, Interviews mit Zeitzeugen und mehreren Wissenschaftlern zur
Traumaforschung und Epigenetik.

Die Musik greift direkt in das dokumentarische Material ein und setzt mit instrumentalen und
elektronischen Mitteln als Erweiterung, Deformation und Zersetzung von Sprache an. Als Modell wird
der Prozess von Zersetzung, Traumatisierung und Weitergabe des Traumas an den Instrumenten selbst
vorgeführt, szenische und musikalische Elemente sind dabei eng miteinander verwoben, um auf diese
Weise ein genaues Hören und emotionales Verstehen und somit eine kritische Auseinandersetzung zu
befördern.

Pressekontakt: Kerstin Wiehe (k&k kultkom), Crellestraße 22, 10827 Berlin
Telefon: 030-78703350 oder 0151-11647052 | Mail: mail@kulturkontakte-ev.de

Eine Produktion von Kulturkontakte e.V. – Gefördert mit Mitteln der Bundesstiftung zur Aufarbeitung
der SED-Diktatur sowie durch die Heinrich Böll Stiftung Berlin.

logo_stiftung

 

 

boell_stiftung_logo_de_0

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.